Good Manufacturing Practice
GMPQualityDie Regeln guter Herstellungspraxis für Arzneimittel. Sie stellen sicher, dass Arzneimittel konsistent nach Qualitätsstandards produziert werden, die für ihren Verwendungszweck angemessen sind.
Ob Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten, einen Lebenslauf schärfen oder einfach die Sprache der Pharma-Industrie verstehen wollen: Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe aus Quality, Regulatory Affairs, Clinical Research, Medical Affairs und Produktion – kurz, präzise, auf dem aktuellen Stand.
Die Definitionen basieren auf aktuellen regulatorischen Referenzen (EudraLex Volume 4, ICH-Guidelines, FDA CFR) und der praktischen Erfahrung unserer Berater:innen aus über 2.400 Mandaten. Das Glossar wird vierteljährlich überprüft und ergänzt.
Die Regeln guter Herstellungspraxis für Arzneimittel. Sie stellen sicher, dass Arzneimittel konsistent nach Qualitätsstandards produziert werden, die für ihren Verwendungszweck angemessen sind.
Die gemäss Richtlinie 2001/83/EG persönlich verantwortliche Person, die jede Arzneimittelcharge vor der Freigabe zertifiziert. In Deutschland als „Sachkundige Person“ nach §14 AMG, in der Schweiz gemäss Art. 10 HMG, in Österreich gemäss §7 AMBO.
Systematischer Prozess, um Abweichungen zu beheben (corrective) und deren künftiges Auftreten zu verhindern (preventive). CAPA-Systeme sind ein zentraler Inspektionsgegenstand bei FDA- und EMA-Audits.
Jede geplante oder ungeplante Abweichung von einem etablierten Standard (SOP, Spezifikation, Herstellvorschrift). Jede Abweichung muss dokumentiert, bewertet und – falls erforderlich – über CAPA behoben werden.
Testergebnis, das ausserhalb der festgelegten Spezifikation liegt. Jede OOS-Situation erfordert eine strukturierte Untersuchung (Phase I Lab Investigation, Phase II Full Investigation) gemäss FDA-Guidance 2006.
Der EU-GMP-Anhang zur Herstellung steriler Arzneimittel. Die revidierte Fassung (in Kraft seit August 2023) erfordert unter anderem eine Contamination Control Strategy (CCS), bringt verschärfte Anforderungen an Isolator-Technologien und Umgebungsmonitoring.
Regeln zur Sicherstellung der Qualität von Arzneimitteln entlang der Lieferkette – von der Herstellung bis zur Abgabe. Besonders relevant bei kältepflichtigen Biologika.
Sammelbegriff für alle „Good Practice“-Regelwerke: GMP (Manufacturing), GCP (Clinical), GLP (Laboratory), GDP (Distribution), GVP (Pharmacovigilance), GAMP (Automated Manufacturing).
Dokumentierter Nachweis, dass ein Herstellprozess reproduzierbar ein Produkt liefert, das die Qualitätsspezifikationen erfüllt. Seit 2011 nach FDA-Konzept in drei Stufen: Process Design, Process Qualification (PPQ), Continued Process Verification (CPV).
Systematischer Prozess zur Bewertung, Kontrolle und Überprüfung von Qualitätsrisiken. Nach ICH Q9 (R1) Grundlage aller modernen Qualitätssysteme.
Gesamtsystem aus Prozessen, Dokumenten und Organisationseinheiten, die Qualität sicherstellen. ICH Q10 beschreibt das „Pharmaceutical Quality System“ als Industriestandard.
Seit Annex 1 Revision 2022 verpflichtender, holistischer Ansatz zur Kontrolle mikrobiologischer, partikulärer und endotoxinischer Kontaminationen in der Sterilherstellung.
Audits sind interne oder lieferantenseitige Überprüfungen. Inspektionen werden von Behörden (Swissmedic, BfArM, EMA, FDA, PMDA) durchgeführt und können zu Warning Letters, Import Alerts oder GMP-Zertifikatsentzug führen.
Schriftlich dokumentierte Arbeitsanweisung, die einen standardisierten Ablauf beschreibt. SOPs sind die operative Grundlage jedes QMS.
Prinzip, dass alle Daten über ihren Lebenszyklus ALCOA+-konform sein müssen: Attributable, Legible, Contemporaneous, Original, Accurate – Complete, Consistent, Enduring, Available. Seit 2015 Top-Inspektionsthema der FDA.
Elektronisches Standardformat für Arzneimittel-Zulassungsanträge bei EMA, FDA, PMDA, Swissmedic und Health Canada. Struktur in fünf Modulen (1 Administrative, 2 Summaries, 3 Quality, 4 Non-Clinical, 5 Clinical).
Zulassungsantrag für ein Arzneimittel in der EU. Wird über eines der vier Verfahren eingereicht: Centralised, Decentralised (DCP), Mutual Recognition (MRP) oder National.
US-Zulassungsanträge bei der FDA: NDA für Small Molecules (Section 505), BLA für Biologics (Section 351 PHS Act). PDUFA-Ziel-Review-Zeiten: 10 Monate (Standard), 6 Monate (Priority Review).
FDA-Antrag, um ein noch nicht zugelassenes Prüfpräparat an Menschen in klinischen Studien testen zu dürfen. Das europäische Pendant ist die Clinical Trial Application (CTA) unter CTR 536/2014.
Änderungen an einer bestehenden Zulassung. EU-klassifiziert in Type IA (minor, Notification), Type IB (minor, Tell-and-Do), Type II (major, Approval required), und Extensions.
Modul 3 des eCTD: Beschreibt Herstellung, Kontrolle und Spezifikation von Wirkstoff und Fertigprodukt. Häufig der umfangreichste Teil einer Submission und ein zentrales Feld für spezialisierte Regulatory-Expert:innen.
Dossier, das ein API-Hersteller bei der Behörde hinterlegt, um vertrauliche Herstellinformationen zu schützen, während er gleichzeitig Kunden den regulatorischen Zugang ermöglicht.
Zentrale europäische Zulassungsbehörde mit Sitz in Amsterdam. Verantwortet das zentrale Zulassungsverfahren und ist primärer Ansprechpartner für Big Pharma und Biotech mit EU-Ambitionen.
Das Schweizerische Heilmittelinstitut mit Sitz in Bern. Zuständig für Zulassung, Marktüberwachung und GMP-Inspektionen in der Schweiz. Bekannt für hohe wissenschaftliche Qualität und enge EMA-Koordination.
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mit Sitz in Bonn. Zusammen mit dem Paul-Ehrlich-Institut (Langen) die zentrale deutsche Behörde für Arzneimittelzulassung und -überwachung.
US-amerikanische Behörde für Arzneimittel, Medizinprodukte, Lebensmittel und Kosmetika. Für Arzneimittel relevant: CDER (Drugs), CBER (Biologics), CDRH (Devices).
International Council for Harmonisation. Globale Harmonisierung regulatorischer Anforderungen über Qualität (Q-Serie), Sicherheit (S-Serie), Wirksamkeit (E-Serie) und Multidisziplinäres (M-Serie).
Internationaler ethischer und wissenschaftlicher Qualitätsstandard für klinische Studien am Menschen, kodifiziert in ICH E6 (R3) (2023). Grundlage jeder konformen klinischen Forschung.
Monitort klinische Studien vor Ort in Prüfzentren. Verantwortet Source Data Verification, Protokoll-Compliance und den Austausch zwischen Sponsor und Prüfarzt. Häufig eine Einstiegsrolle in die klinische Forschung.
Seit 31. Januar 2022 voll anwendbar. Ersetzt die Clinical Trials Directive durch ein einheitliches EU-Verfahren über das Clinical Trials Information System (CTIS).
Zentrales Dokument einer klinischen Studie. Beschreibt Ziele, Design, Methodik, statistische Auswertung und Abbruchkriterien. Muss vor Studienbeginn von Ethikkommission und Behörde genehmigt sein.
Dokument zur Erfassung aller studienrelevanten Patientendaten. Heute praktisch ausschliesslich elektronisch (eCRF) in EDC-Systemen wie Veeva Vault, Medidata Rave oder OpenClinica.
Phase I: Sicherheit & Pharmakokinetik an wenigen Freiwilligen. Phase II: Wirksamkeit, Dosisfindung. Phase III: Pivotale Wirksamkeitsstudie, Basis der Zulassung. Phase IV: Post-Marketing, Langzeitsicherheit.
Primäre Endpunkte beantworten die Hauptforschungsfrage einer Studie (z. B. Overall Survival in Onkologie). Sekundäre Endpunkte liefern Zusatzinformationen. Die Wahl entscheidet über Erfolg oder Scheitern der Zulassung.
Umfassendes Dokument, das dem Prüfarzt alle relevanten präklinischen und klinischen Daten zum Prüfpräparat zur Verfügung stellt. Muss jährlich aktualisiert werden.
Unabhängiges Gremium, das laufende Studien auf Sicherheitssignale überprüft und ggf. einen Abbruch oder eine Modifikation empfiehlt.
Nachweise zu Wirksamkeit und Sicherheit aus Versorgungsdaten (Register, Krankenkassendaten, EHRs). Seit FDA 21st Century Cures Act (2016) zunehmend auch regulatorisch anerkannt.
Wissenschaftliche Schnittstelle zwischen Pharma-Unternehmen und medizinischen Meinungsbildnern (KOLs). Vermittelt wissenschaftliche Evidenz, nicht Produktwerbung. Typischer Hintergrund: Promotion oder PharmD.
Renommierte:r Expert:in einer Therapierichtung, deren wissenschaftliche Meinung die medizinische Community beeinflusst. Zentrale Zielgruppe für MSL- und Medical-Advisor-Teams.
Wissenschaft und Aktivitäten zur Erkennung, Bewertung und Prävention arzneimittelbezogener Risiken. Gesetzlich geregelt in der EU durch Good Vigilance Practice (GVP) und in den USA durch 21 CFR 314.80.
Qualified Person Responsible for Pharmacovigilance. Persönlich verantwortlich für das PV-System eines Zulassungsinhabers in der EU. Muss rund um die Uhr erreichbar sein.
Regelmässiger Bericht zum Nutzen-Risiko-Profil eines Arzneimittels. In der EU einzureichen über das EudraVigilance-Portal, Zyklus je nach Risikostufe 6 Monate bis 3 Jahre.
Systematische Analyse von Nebenwirkungsmeldungen zur Identifikation neuer oder veränderter Risiken. Tools: Empirica Signal, ARISg, VigiLyze. Zunehmend AI/ML-unterstützt.
Pflichtbestandteil jeder EU-Zulassung. Beschreibt identifizierte und potenzielle Risiken sowie Massnahmen zu ihrer Minimierung (Pharmacovigilance Activities, Risk Minimisation Measures).
Einzelfallbericht über eine unerwünschte Arzneimittelwirkung. Austauschformat: ICH E2B (R3). Elektronische Meldung an Behörden über EudraVigilance bzw. FAERS.
Der wirksame Bestandteil eines Arzneimittels, umgangssprachlich „Wirkstoff“. Für die API-Herstellung gilt ICH Q7 als globaler GMP-Standard.
Das fertige Arzneimittel in seiner finalen Darreichungsform – Tablette, Kapsel, Injektion, Inhalativum. Herstellung unter EU-GMP Teil I bzw. 21 CFR 211.
Unternehmen, das für Pharma-Auftraggeber Entwicklung und Herstellung übernimmt. Führende globale CDMOs: Lonza, Catalent, Samsung Biologics, WuXi Biologics, Bachem (Peptide).
Sammelbegriff für Gentherapeutika (GTMP), somatische Zelltherapeutika (sCTMP) und Tissue-Engineered Products. Unterliegt der ATMP-Verordnung 1394/2007 und erfordert hochspezialisiertes QC- und Produktions-Know-how.
Arzneimittel, deren Wirkstoff aus lebenden Organismen hergestellt wird (z. B. monoklonale Antikörper, rekombinante Proteine). Typische Expressionssysteme: CHO-Zellen, E. coli, Hefe.
Der letzte Schritt der Biologics-Herstellung: aseptische Abfüllung in Vials, Spritzen oder Cartridges. Hochsensibler Prozess, streng reguliert durch Annex 1. Engpass der globalen Biologics-Supply-Chain.
Kontinuierliche statt chargenweise Herstellung. Verkürzt Durchlaufzeiten von Wochen auf Tage. FDA hat mit ICH Q13 (2023) globale Standards geschaffen.
Software zur Steuerung und Dokumentation der Produktion auf Shopfloor-Ebene. Integration mit LIMS, SAP, Scada. Marktführer: Werum PAS-X, Emerson Syncade, Rockwell PharmaSuite.
System zur Verwaltung von Proben, Analysen und Ergebnissen in QC-Laboren. Führende Produkte: LabWare, Thermo SampleManager, STARLIMS.
Entwicklungsansatz nach ICH Q8 (R2): Qualität wird durch systematisches Verständnis von Critical Quality Attributes (CQA) und Critical Process Parameters (CPP) im Prozess verankert – nicht erst durch Endkontrolle.
Sie überlegen, in eine neue Rolle zu wechseln, in der diese Begriffe Ihr Alltag werden? Sprechen wir kurz: Wo stehen Sie heute, wohin wollen Sie, was passt?
Vertraulich anfragen →Herausgeber: GenSearch Switzerland GmbH · Birsigstrasse 50, 4054 Basel · CHE-425.006.222. Letzte Aktualisierung: 20. April 2026. Das Glossar dient der allgemeinen Information und ersetzt keine juristische oder regulatorische Beratung.